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Hab vor kurzem auf der Facebookseite von »Happinez« ein Zitat von Pierre Franckh zum Thema Vorstellungen gelesen: »Es ist immer nur unsere Vorstellung, die etwas zulässt oder verhindert.« Ich bin nicht sicher, ob Pierre das im oben genannten Sinne gemeint hat, aber es ist in jedem Fall ein schöner Anstoß, mal genauer auf diesen Begriff zu schauen. Gleich die erste Antwort einer Leserin bei FB war: »Na ja! Dass ein bestimmter Mann mich nicht liebt, liegt aber nicht an meinen Vorstellungen – die gehen nämlich in eine andere Richtung!«

Wo kommen Vorstellungen her?

Die Antwort fand ich gar nicht schlecht, und irgendwie hat mir das Thema keine Ruhe gelassen. Ich hatte plötzlich meinen ganzen Weg von der Realitätsgestaltung bis hin zur Non-Dualität und Stille vor Augen, und es hat sofort in meinen Tippfingern gejuckt.

Aus meiner heutigen Sicht müsste der obige Satz im Grunde so lauten: »Es ist immer unser Verstand, der etwas zulässt oder verhindert!« Und wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass mein Denkmaschinchen sich permanent etwas vorstellt. Das ist sein Job, seine Wesensart. Er produziert sie am laufenden Band. Vorstellungen sind Gedankengebilde die wir »vor uns stellen«. Sie stehen dann zwischen uns und der Wirklichkeit und sie verstricken uns schnell in die Beschäftigung mit der Zeit – mit Dingen, die gerade nicht da sind.

Kino im Kopf

Die Psychologie spricht bei Vorstellung von einem »nur im Bewusstsein erlebten Inhalt«. Das geht vom träumerischen Luftschloss bis hin zur Wahnvorstellung. Die Bilder, die meine Vorstellungskraft da auf die innere Leinwand zaubert, können jede Form annehmen – aber sie sind eben nur geistige Abbilder, oft genährt aus Erlebnissen und Erinnerungen. Im Gegensatz zu reinen Gedanken, die mehr aus Worten und inneren Dialogen bestehen, bauen Vorstellungen sinnliche Qualitäten mit ein wie sehen, schmecken, hören und riechen. Jeder kennt erotische Vorstellungen –  unser Körper reagiert hier durchaus ähnlich, wie auf das Original. Diese virtuelle Welt hat durchaus etwas Anziehendes – sie scheint uns manchmal vor realen Begegnungen und derer vermeintlichen Problemen und Gefahren zu schützen. Aber auf der anderen Seite malen wir uns im Kopf auch die schrecklichsten Szenarien aus, die man sich nur vorstellen« kann.

Die Glücks- und Wünsche-Prediger

Wie Zauberlehrlinge stürzen sich immer noch viele auf die Magie des göttlichen Erschaffens. Ich war da ganz vorne dabei, hab Bärbel Mohr gelesen – die leider nicht mehr unter uns ist -, Ella-Seminare besucht und wurde selbst zum »Realitätsgestalter«.  »The Secret« und andere Wünsch-Dir-was-Filme hab ich dann erst später gesehen, als mein eigener »Ich-schöpfe-mir-meine-Realität-Trip« schon vorbei war. Ja, da hab ich sie wieder gespürt, diese unglaubliche Anziehungskraft des Zauberns und Erschaffens meiner persönlichen Glückswelt.

Es ist eine gewichtige Entscheidung, ob Du Deine Kraft in die Vorstellung, die Visualisierung von Erwünschtem stecken magst, oder zufrieden sein kann mit dem was ist. Der Unterschied liegt in der Aktivität des Verstandes. Im ersten Fall ist er der große Zampano und Erschaffer … und im zweiten Fall ist er still.

Eckhart Tolle zur Stille

»Ist Stille nur die Abwesenheit von Geräusch und Inhalt? Nein, sie ist Intelligenz selbst. Ihr liegt das Bewusstsein zugrunde, aus dem jede Form geboren wird. – Und wie kann das von dir getrennt sein? Die Form, von der du denkst, dass du sie bist, kommt aus diesem und wird davon getragen. Es ist die Essenz aller Galaxien und Grashalmen, von allen Blumen, Bäumen, Vögel und all den anderen Formen.«

Wahnvorstellung oder Realität?

Aber es funktioniert doch – das Erschaffen! Ich hab‘s doch selbst erlebt! – Na und! So what? Was hat es mir denn gebracht? Ich weiss jetzt etwas über die Gesetze des Universums, Resonanz, Manifestation, Visualisierung, Gedanken und Schöpferkraft usw. … Aber macht mich das irgendwie glücklicher oder zufriedener? Die Traumfrau oder den Prinzen herbeizulocken … ist das die Basis für ein erfülltes Leben? Erfolge feiern, Ziele erreichen – ist das unser Lebenssinn? Für mich ist es in der Nachbetrachtung »nur« ein weiteres Beschäftigungsfeld meines Verstandes, auf das er sich mit Hunger gestürzt hat. Wunscherfüllung hat mit Glücklichsein nichts zu tun! Mein Lieblings-Buddha-Zitat passt hier gerade: »Es gibt keinen Weg zum Glücklichsein – Glücklichsein ist der Weg!«

Die Kreativen und die Vorstellungskraft

Ein bestimmtes Bild permanent aufrechtzuerhalten, eine Manifestation ständig wie ein Mantra vor sich hinzubeten – das kann ziemlich anstrengend sein. Oder wie wär‘s mit ein bisschen NLP? Aber auch das müssen wir üben, und wenn das gewünschte Ergebnis ausbleibt, wird optimiert und verbessert. Kann man dabei noch kreativ sein? Mit Zeitfressern kenne ich mich aus und ich danke meinen Kindern, dass sie mich permanent auf das Wesentliche zurückfahren. »Reduce to the Max!« Keine Zeit zu haben ist entweder ein Fluch oder ein Segen. Ich habe mich für Segen entschieden. Ich hab keine Zeit, über Zeit nachzudenken noch mich damit beschäftigen, wie viel ich davon habe und – Abrakadabra! – erfahre ich das Geschenk der Kreativität. Über diese Magie habe ich mich in der Artikelserie: »Inspiration und Muse« ausführlicher geschrieben, und so mag ich hier nur soviel sagen: Ich habe in meinem Künstlerleben noch keine einzige Note über meine Vorstellungskraft aufs Blatt gebracht und auch meine Texte fließen aus einer ganz anderen Quelle aus mir heraus. Das sind zündende Funken und Ideen. Wenn ich dagegen versuche, mir was vorzustellen, dann krampft es meistens.

Wozu ist eine Vorstellung dann nutze?

Es gibt keinen Grund, ein Werkzeug nicht zu benutzen. Den Verstand, den Bildermaler in unserem Kopf, für bestimmte Aufgaben zu gebrauchen, ist praktisch und hilfreich. Auch er ist ein Geschenk des Himmels. Er kann Ordnung in meinen Aktenstapel auf dem Schreibtisch bringen. Aber Achtung! Er liebt es, Akten anzuhäufen und Ordner zu stapeln, bis das Büro damit vollsteht. Um uns zu entfalten brachen wir Räume, die leer sind. Unser Leben findet nicht im Büro statt. Wenn wir den Verstand des Öfteren mit diesen Frei-Räumen konfrontieren, gerät er zuerst vielleicht in Panik, aber dann beginnt er manchmal sogar freiwillig im Büro – seinem Arbeitsplatz – alte und unwichtige Akten in den Reißwolf zu stecken. Ich bilde mir hoffentlich nicht nur ein, dass mein Verstand inzwischen sogar Gefallen daran findet, mir immer weniger vor die Nase und in den Weg zu stellen. Unsere Vorstellungskraft zu benutzen ist gewissermaßen eine Gratwanderung, die unsere volle Aufmerksamkeit verlangt. Wenn wir etwas »vor uns stellen«, um es genauer in Augenschein zu nehmen, ist es durchaus nützlich – es erweitert unser Vorstellungsvermögen. Wenn wir es dort jedoch festhalten, steht es uns im Weg, verbaut uns die Sicht und wird zum Hindernis.

Der spielerische Geist

Luftschlösser bauen, Phantasie entfalten und sich inspirieren lassen sind Ausdruck unseres schöpferischen Seins und Hilfsmittel, Werkzeuge, um diese Dinge auf die Erde zu bringen. Sie sind wie erste Skizzen für ein entstehendes Kunstwerks, Teil eines unendliches kosmisches Spiels und diesmal heißt das Spielfeld vielleicht Erde – wer weiß? Für manche Werke ist es einfach praktisch, sich Skizzen und Pläne zu machen – aber dann müssen sie vom Tisch und der echten Schaffenskraft Platz machen. Sonst werden aus guten Ideen auf einmal »falsche Vorstellungen«.

Foto: Liberation of Conciousness © H. Kopp-Delaney | flickr.com

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4 Responses to Vorstellungen – Kino im Kopf

  1. Jana sagt:

    Lieber Tang,

    ich gehe in volle Resonanz mit Deinen Zeilen und kann sie voll unterstreichen. Ich begleite Deinen Weg nun seit vielen Jahren (auch wenn wir uns nie gesehen haben) und weiß, wovon Du schreibst (Bärbel Mohr, Glücks-Gestaltung, …) und habe auch diese Zeiten erlebt. Und ich bin ihnen dankbar – sie sind Etappen dorthin, wo ich jetzt gerade bin…
    Eckhart Tolle ist ein super Wegbegleiter. Und in neuer, angenehmer und tiefgründiger und dabei einfacher Art ist jetzt Frank Kinslow (Quantenheilung) hinzugekommen. Seine beiden Bücher kann ich Dir (und allen anderen) wärmstens empfehlen. Er bringt die Dinge auf einen (einfachen) Grund :o) Ich habe durch ihn Antworten auf viele meiner (un/bewusst gestellten) Fragen bekommen und bin dankbar für seine Bücher.

    Ich freue mich auf Deine weiteren Beiträge, wünsche Dir mit Deiner Familie bestes Gelingen und viel Inspiration, Kreativität und Erfüllung dabei.
    Sei lieb gegrüßt, Jana (aus Dresden)

  2. Anne Marsell sagt:

    Lieber Tang,
    du verstehst es immer, das Wichtigste im Leben an die erste Stelle zu setzen. Ich kann nur bestätigen: Weniger ist mehr. Stille und Abwarten , den „Flow“ erwarten ist oftmals wichtiger als sich „weiterzubilden“.
    Vielen Dank für die wichtige Lebenshilffe.
    Herzliche Grüße
    Anne

  3. Berenike sagt:

    Hi Tang,
    Dein Artikel zu den Vorstellungen passt mir gerade hervorragend. Hab die letzten Wochen einige sehr leidvolle Vorstellungs-Erfahrungen durchlebt… Ist nicht immer leicht zur Seite zu treten, wenn der „Verstand auf den Körper prallt“ und die Emotionen zum kochen bringt. Es fühlt sich so real an!
    Dafür bringt die Erkenntnis, dass alles nur Hirngespinste waren, ganz viel Freude und Lachen mit sich!

    Liebe Grüße, Berenike

  4. gerold fickert sagt:

    Sehr schöner Artikel Tang!

    Besonders folgenden Ausspruch von Dir kann ich voll bestätigend unterstreichen:
    „Ich habe in meinem Künstlerleben noch keine einzige Note über meine Vorstellungskraft aufs Blatt gebracht und auch meine Texte fließen aus einer ganz anderen Quelle aus mir heraus. Das sind zündende Funken und Ideen. Wenn ich dagegen versuche, mir was vorzustellen, dann krampft es meistens.“
    Wirklich kreativ sind wir tatsächlich dann wenn wir im Fließen sind und nicht im Machen.
    Im Fließen ist hier viel mehr das Gefühl, dass es durch mich macht. Ich weiß dann manchmal ganz beschämt gar nicht auf ein persönliches Lob zu reagieren, da ich tatsächlich nicht das Empfinden einer erbrachten Leistung habe, sondern eher, beschenkt worden zu sein mit etwas das sich durch mich weiter schenken will.
    Lieben Gruss

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