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Pilze können Millionen von Bienen vor tödlichen Viren retten. Das sogenannte „Bienensterben“ bedroht unsere geschätzten Honigproduzenten und Bestäuber. Nun gibt es Grund zur Hoffnung im Kampf gegen einen wichtigen Mitverursacher des Problems: Wie Experimnete zeigen, lassen sich Virusinfektionen der Bienen durch Extrakte aus bestimmten Pilzen eindämmen. - GoodNews

Viren bedrohen Bienenvölker

Viele Bienenvölker auf der ganzen Welt sind geschwächt und sterben in einem teils dramatischen Ausmaß ab. Die Gründe für dieses sogenannte Bienensterben sind komplex. Ein Faktor gilt allerdings als klar nachgewiesen: Vielen Völkern machen Infektionen mit bestimmten Viren zu schaffen.

Pilzextrakt bekämpft Viren

Laut einer in »Nature Scientific Reports« veröffentlichten Studie kann eine bestimmte Art von Pilzextrakt Honigbienen helfen, gefährliche Viren zu bekämpfen, die im Verdacht steht, zum massiven Bienensterben in den letzten Jahren beizutragen. Dabei stehen das Flügeldeformationsvirus und das sogenannte Lake Sinai Virus im Vordergrund. Die Studie wurde von Forschern der Washington State University mit Hilfe des USDA und eines in Washington ansässigen Unternehmens namens Fungi Perfecti durchgeführt.

Der Virenbefall ist mit dem zweiten großen Problem der Bienen verknüpft: der Varroamilbe, die sich in den letzten Jahren enorm ausgebreitet hat. Die Blutsauger übertragen die Viren und schwächen die Bienen, so dass ihre Widerstandskraft gegenüber den Infektionen sinkt. Bisher versucht man deshalb vor allem durch die Bekämpfung der Milben, den Bienen zu helfen. Nun zeichnet sich allerdings erfreulicherweise ab, dass auch die Belastung durch die Viren eingeschränkt werden könnte.

Myzel-Extrakt aus Amadou- und Reishi-Pilzen

Die Forscher fanden heraus, dass Bienenvölker, denen ein Myzel-Extrakt aus Amadou- und Reishi-Pilzen verabreicht wurde, eine 79-fache Reduktion des Flügeldeformationsvirus (DWV) und eine 45.000-fache Reduktion des Lake Sinai Virus verzeichneten.

Einer der Autoren des Artikels, der Entomologie-Professor Steve Sheppard von der WSU, sagt, er hoffe, dass durch diese Entdeckung dieses tödliche Virus zu einem Gegenstand der Vergangenheit wird.

»Unsere größte Hoffnung ist, dass diese Extrakte einen solchen Einfluss auf die Viren haben, so dass sie die Varroamilben für die Bienen künftig lediglich ein Ärgernis sind, anstatt riesige verheerende Schäden anzurichten. Wir sind gespannt, wohin uns diese Forschung führt. Für die Bienenpopulationen läuft die Zeit ab, und die Sicherheit der weltweiten Nahrungsmittelversorgung hängt von unserer Fähigkeit ab, Mittel und Wege zu finden, um die Gesundheit der Bestäuber zu verbessern. Eine der Hauptursachen für die Schädigung der Bienen durch Varroamilben ist die Verbreitung und Vermehrung von Viren. Die Milben belasten das Immunsystem der Bienen und machen sie anfälliger für Viren, welche die Lebensspanne der Arbeiterbienen verkürzen«, sagte Sheppard.

Sheppards Labor arbeitet mit einer Firma namens Fungi Perfecti zusammen, die sich im Besitz des berühmten Pilzforschers Paul Stamets befindet, der auch Mitautor der Studie ist.

Pilz-Extrakte antiviral auch bei Menschen

Dazu erklärte Sheppard, dass Paul Stamets zuvor an einem Projekt gearbeitet hat, das die antiviralen Eigenschaften von Myzel-Extrakten an menschlichen Zellen aufzeigte. Er las über Viren, die Bienen schädigen, und rief uns auf, die Verwendung der Extrakte an Honigbienen zu untersuchen. Nach zwei Jahren konnten wir nachweisen, dass sich diese antiviralen Eigenschaften auch auf Honigbienen anwenden lassen.

Leider ist der Myzel-Extrakt derzeit nicht in großen Mengen für die Massenverteilung verfügbar, aber Stamets sagt, dass sie dabei sind, das Produktionsvolumen zu erhöhen.

»Wir fahren die Produktion der Extrakte so schnell wie möglich hoch, angesichts der Herausforderungen, die wir überwinden müssen, um sie in großem Maßstab einzusetzen«, sagte Stamets.

Wirkung des Pilz-Extrakts

Die Forscher sind sich noch  nicht im Klaren über den genaue Wirkmechanismus des Extrakts.

»Wir sind nicht sicher, ob das Myzel das Immunsystem der Bienen stärkt oder tatsächlich die Viren bekämpft. Wir arbeiten daran, dies herauszufinden, zusammen mit dem Testen größerer Gruppen von Bienenvölkern, um beste Managementpraktiken zu entwickeln und zu bestimmen, wie viel Extrakt verwendet werden sollte und wann die beste Wirkung erzielt werden kann«, erklärte Sheppard.

Wenn Sie jemals das Gefühl hatten, sich für Bienenzucht zu interessieren, ist dies jetzt einfacher denn je. Man kann mit einfachen neuen Konstruktionen einsteigen, die es den frischen Imkern ermöglichen, mit sehr wenig Erfahrung und direkten Kontakt mit den Bienen in dieses Tätigkeitsfeld einzusteigen.

Quelle: Johm Vives auf Natural Blaze 11/2019

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